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GENIESTREICHE
Leonardo da Vincis Viola organista

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Andrea Suter – Sopran

Magdalena Malec – Viola organista

Slawomir Zubrzycki – Viola organista

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12. November 2026, 20.00

Stadtkirche Liestal​

Zählen Sie fünf Genies auf! Wer wäre dabei? Mozart vielleicht, Einstein, Goethe … Sicher der Inbegriff eines Universalgenies aber ist Leonardo da Vinci. Er war ein herausragender Maler, Erfinder, Anatom und Ingenieur. Und, neben so vielem anderen, ist in seinen Skizzen auch jene dieses bezaubernden Instruments: ein tastengesteuertes Streichinstrument, das die Klaviatur eines Cembalos mit der Tonerzeugung von Streichinstrumenten kombiniert, was zu einem satten, cello- oder orgelartigen Klang führt.


Vor über 500 Jahren entworfen, wurde es zu da Vincis Lebzeiten jedoch nie gebaut. Was nicht ist, kann auch nach 500 Jahren noch werden, dachte sich der Cembalist und Instrumentenbauer Slawomir Zubrzycky und baute das Instrument skizzengetreu nach. Ein ebenso faszinierendes wie berührendes Video dokumentiert seine Handwerkskunst: Video


Wir nehmen dieses Instrument als Inspiration für ein Programm, das spielerisch umgeht mit seinen Besonderheiten: Von frechen Frottole aus da Vincis Zeiten bis zu einem Werk Arnold Schönbergs, das die Wende von der 7- hin zur 12-Ton-Musik begründet eröffnen wir eine Musikwelt, in der der Geist verschiedener Genies immer wieder aufblitzt.

PROGRAMM

 

Leonardo da Vinci (1452-1519)
RE LA SOL MI FA RE MI – L’amore la sol mi fa remirare

Aus: Rebus von Leonardo da Vinci

 

Ludwig Senfl (ca 1486-1542/1543) Preambulum 6 vocum
Aus: Orgeltabulatur, Sign.4/3, Kärntner Landesarchiv Klagenfurt

 

Intabulatura Nova (Venezia 1551)
Pass’e mezzo nuovo primo

 

Philip Rosseter (1567/68-1623)
Shall I come if I swim

 Aus: A Booke of Ayres, London 1601

 

Hans Kotter Kochersperger Spanieler (1480-1541) 
aus: Orgeltabulatur von Hans Kotter F

IX 22 der Universitätsbibliothek Basel

 

Orlando di Lasso (1532-1594)
Susanne un jour mit Diminuzioni von Andrea Gabrieli

Aus: Premier livre de chansons à quatre parties, Paris 1560

 

Ludwig Senfl Lust hab ich ghabt zur musica

Aus: Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Mus.Hs.18810

 

Tabulatur von Jan von Lublin (1540) Renaissance-Tanzsuite:

- Taniec Hajducki

- Jeszcze Marcinie
- Tanz

- Alijec Nademna Venus von Nicolaus Cracoviensis

- Schephczyk ÿdzÿe poulÿczÿ szÿdelka noszącz

- Rex

 

Arnold Schönberg (1874-1951)
Aus dem Streichquartett «Entrückung» Nr 2, Op. 10: IV:
Ich fühle Luft von anderem Planeten (Fragment)

 

Improvisation inspiriert von den Leonardo-Rädern

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Fuge in d-Moll, BWV 539/2 (manchmal auch als «Fiddle-Fugue»

bezeichnet aufgrund ihres violinistischen Charakters)

 

Barbara Strozzi (1619-1677)
Amor dormiglione

Aus: Cantate, ariette e duetti, Venedig 1651

 

John Dowland (1562-1626)
Lachrimae Antiquae, aus: Lachrimæ or seaven teares figured in

seaven passionate pavans, with divers other pavans, galliards and allemands, set forth for the lute, viols, or violons, in five parts, London 1604

 

William Byrd (1540-1623)
Pavana The Earle of Salisbury

Aus: Parthenia or the Maydenhead of the first musicke that ever was printed for the Virginalls, ca 1612/1613

 

Hans Leo Hassler (1564-1612)
Canzona

Aus: Staatsbibliothek zu München, Man.mus.Codex 262

 

Henry Purcell (1659-1695)
Catch (Kanon) „Of all the Instruments that are”

Aus: Comes Amoris, London 1693

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Antonio Valente (ca. 1520-ca 1600) Lo Ballo dell’Intorcia

Aus: Intavolatura de cimbalo, Neapel 1576

 

Gordon Hamilton (geb. 1982) Leonardo’s Wheels (2026)

 

Christoph Willibald Gluck (1714-1787)
Rezitativ Misera, dove son!

Aria Ah! Non son io che parlo

Aus: Ezio, Wiener Fassung, 1763/64

ANDREA SUTER

Andrea Suter studierte an der Hochschule der Künste Bern bei Hans Peter Blochwitz, an der Zürcher Hochschule der Künste bei Roswitha Müller und schloss ihre Studien mit dem Master of Music Performance mit Auszeichnung ab. Sie ist zweimalige Preisträgerin des Migros Gesangswettbewerbs als Solistin. Es folgten Meisterkurse bei Klesie Kelly-Moog, Jennifer Larmore und Janet Perry.

Seither ist sie dank ihrer beweglichen, wandelbaren Sopranstimme auf der Opernbühne ebenso zuhause wie im Konzertleben und in der geistlichen Musik. 

Zusammen mit Riccardo Bovino gründete sie 2020 die Konzertreihe für Lied und Vokalmusik Stimmen zu Gast in Liestal. 

In der laufenden Saison steht Andrea Suter als Hexe Bellacanta in der Kinderoper Hexe Hilary von Peter Lund auf der Bühne des Stadttheaters Winterthur (Regie: Thomas Guglielmetti). 

Ihre Liebe zum Schauspiel und zur Oper führte sie ans Theater Basel: Für die Spielzeit 2012/13 wurde sie für das Opernstudio OperAvenir engagiert und debütierte mit mehreren Partien: Grilletta in Joseph Haydns Lo speziale, Oscar in  Un ballo in maschera, Poussette in Manon sowie Gretel in Humperdincks Hänsel und Gretel. Ihre Rolleninterpretationen und auch ihre Auftritte an Konzerten mit der Sinfonietta Basel und dem Basler Sinfonieorchester brachten ihr beste Kritiken ein. Eine Masterclass bei Kiri Te Kanawa gehört zu den wichtigen Impulsen in dieser Zeit.

Anfang der Saison 2013/14 kehrte Andrea Suter als Gast ans Theater Basel zurück. In der darauffolgenden Saison sang sie Ännchen in Webers Freischütz und Susanna in Paisiellos Nina in einer Rathaushof-Produktion am Theater Konstanz sowie die Gretli in einer Urfassung Meyer von Schauensees Engelbergischer Talhochzeit am Theater Sarnen. 2016 folgte die Uraufführung der Kinderoper Reise nach Tripiti mit dem Musikkollegium Winterthur am Theater Winterthur (Nina Russi / Marc Kissoczy) und die Rolle der Dorinda in G. F. Händels Orlando in Konstanz unter der Regie von Nada Kokotovic. 2018 debütierte sie als Christel in Der Vogelhändler. 

Vom Zürcher Kammerorchester wurde sie für die Rolle der Ernestine in Offenbachs Monsieur Choufleuri und 2015 für die Titelpartie in Suppés Die schöne Galathée unter Leitung von Andres Joho (Regie: Paul Suter) engagiert. 2016 war sie dort als Ines in Offenbachs Les Bavards zu sehen.  

Andrea Suter war 2019 als Anna Reich in Die lustigen Weiber von Windsor debütieren (Regie: Bettina Dieterle, Leitung: Caspar Dechmann). Auf dem Programm standen unter anderem Rossinis Stabat Mater mit dem Sinfonieorchester Biel, Dowland-Songs mit dem Gambenconsort Compass, Brahms' Liebesliederwalzer. 

Mit ihrem Lied-Duo-Partner Riccardo Bovino verbindet sie eine enge musikalische Zusammenarbeit in der Pflege des Liedrepertoires. Sie unterrichtet im eigenen Singatelier in Basel und Liestal.

MAGDALENA MALEC

Geboren in Warschau, Polen, studierte sie Cembalo und Orgel in mehreren Ländern, darunter Polen, Finnland, Italien und die Schweiz. Sie absolvierte ihr Studium an der Musikakademie Kattowitz, wo sie Cembalo bei Marek Toporowski und Orgel bei Julian Gembalski studierte. Während dieser Zeit studierte sie zudem bei Miklós Spányi (Cembalo, Clavichord) und Maija Lehtonen (Orgel) an der Oulu University of Applied Sciences in Finnland im Rahmen des Socrates-Erasmus-Austauschprogramms.

Sie setzte ihr Studium der historischen Orgel bei Lorenzo Ghielmi an der Accademia Internazionale della Musica in Mailand, Italien, fort. In der Schweiz erhielt sie ein Stipendium der Schweizer Regierung zur weiteren Förderung ihrer Ausbildung. 2010 schloss sie ihr Studium mit Auszeichnung an der Schola Cantorum Basiliensis, FHNW Hochschule für Musik in der Nordwestschweiz, in der Cembaloklasse von Andrea Marcon ab.

SLAWOMIR ZUBRZYCKI

Sławomir Zubrzycki (*12. Oktober 1963 in Krakau) ist ein polnischer Pianist, Komponist und Instrumentenbauer. Internationale Bekanntheit erlangte er durch den Bau der Viola Organista, eines von Leonardo da Vinci entworfenen Tastenstreichinstruments.

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1988 schloss er sein Klavierstudium an der Musikakademie Krakau in der Klasse von Prof. Tadeusz Żmudziński ab. Darüber hinaus nahm er an Meisterkursen bei Viktor Meržanov, Włodzimierz Obidowicz, Michael Lewin, Jerome Lowenthal und Johann Sonnleitner teil.Von 1990 bis 1991 war er Fulbright-Stipendiat und setzte seine pianistische Ausbildung am Boston Conservatory of Music (USA) bei Janice Weber fort.KonzerttätigkeitAls Solist konzertierte Sławomir Zubrzycki mit zahlreichen Orchestern in den USA, Deutschland, Österreich und der Ukraine, darunter das Polnische Rundfunkorchester Krakau, die Krakauer Philharmonie, die Capella Cracoviensis sowie das Toruńer Kammerorchester.Darüber hinaus ist er Mitglied des Olga Szwajgier Quartetts.

 

Er trat bei zahlreichen nationalen und internationalen Musikfestivals auf, darunter das Poznańer Musikfrühlingsfestival, die Tage der Musik Krakauer Komponisten, Musik im Alten Krakau, das Audio-Art Festival, das Jüdische Kulturfestival Krakau, die Chopin-Konfrontationen in Antonin, das Fest der Kontinente in Berlin, die Visiting Artist Series des Berklee College of Music, Kolory Polski, Turning Sounds in Köln und Warschau, das Avantgarde Tirol Festival, das Edinburgh Festival sowie das Era Schaeffera Festival.

1987 wurde er Preisträger des Festivals der Polnischen Klavierkunst in Słupsk.Kompositorische TätigkeitIn den 1990er Jahren arbeitete Sławomir Zubrzycki mit dem Polnischen Fernsehen (TVP) zusammen.

1995 gestaltete er eine Vortragsreihe über Musikinstrumente für TVP1.

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Von 1997 bis 1999 komponierte er die Musik für die polnische Version der Fernsehserie Sesamstraße (Ulica Sezamkowa). 

Außerdem schrieb er die Musik zu verschiedenen Fernsehproduktionen, darunter:Wszystko gra (TVP1, 1995), Nasza Klasa (TVP1, 1996), Domowe Abecadło (TVP1, 1997), Wszystko dla mamy (TVP1, 1999), Bzik kontrolowany (TVP3, 2002).

 

Im Jahr 2006 instrumentierte er gemeinsam mit Andrzej Zarycki die Suite Krakowska für klassisches Quartett (Klavier, Violine, Violoncello und Klarinette).

​Der Werkzyklus ist der Stadt Krakau gewidmet und von ihrer populären und theatralischen Musiktradition, insbesondere vom legendären Kabarett Piwnica pod Baranami, inspiriert.2008 erschien die Suite Krakowska beim Verlag Zaszafie.pl auf der CD „La Bohème – Suite Krakowska“. Die Uraufführung fand am 19. Oktober 2008 im Juliusz-Słowacki-Theater in Krakau statt.

©2024 Stimmen zu Gast.

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